Logbuch der Freiheit

Liberale Perspektiven – Markt, Moral, und Medien

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Das Schaf im Wolfspelz: Die Afd und das Geld

– von konsequenter Systemgläubigkeit und blauäugiger Symptomkurierung.

1559464_227807960725113_847094572_oDer Angstschweiß fließt in Strömen, die Gesichter schäumen vor Anstrengung – FDP, AfD und Keynes stemmen sich mit ganzer Kraft gegen das Tor des vermeintlichen Elfenbeinturms.
„Lasst Hayek und Mises bloß nicht raus! Das könnte Schäffler so passen!“, brüllt die FDP zu ihren Kollegen. „Hört endlich mit dem Schäffler-Mobbing auf – nachher wird er noch ein Blauer!“, stöhnt die AfD. Die Schläge auf der Innenseite des Tores werden heftiger, Keynes bricht zusammen: „Rettet das System! Ob Euro, D-Mark oder was auch immer, aber rettet das System! Es leben die Schulden!“. „Brüder im Geiste! Es lebe die Inflation! Es lebe der Staat!“, grölen alle schwungvoll im Takt.

… Stopp. Halt. Moment: AfD und FDP aus einem Holz, an der gleichen ideologischen Front?

Seit der Gründung der Alternative für Deutschland wird der programmatische Schleifstein angesetzt – munter säbelt die AfD-Führung die programmatischen Speerspitzen weg. Man wolle ja schließlich eine Volkspartei sein, die für jede Wählergruppe attraktiv sein müsse.

„Wir sind für die Abschaffung des Euros“ wurde vor der Bundestagswahl zu einem „Wir sind gegen diesen Euro“ gehobelt und in den letzten Monaten zu einem „Deutschland soll im Euro bleiben, die Südländer mögen bitte austreten“ zurechtgesäbelt. Im Juni 2014 ist nicht mehr viel übrig: Chef Lucke fordert lediglich den „Grexit“, den Austritt Griechenlands. Frankreich und Italien könnten gegebenfalls doch im Euroraum verbleiben.

Sicherlich sind alle drei Alternativen besser als jede geldpolitische Forderung der etablierten Eigentumsvernichter – die Forderungen sind jedoch genauso „revolutionär“, „neu“ oder „systemkritisch“ wie die Grüne Jugend tolerant, die FDP liberal oder Angela Merkel eine fahnenschwingende und patriotische Stimmungskanone ist. Die AfD piepst leise und vorsichtig auf – die Gelddruckorgie des Staats feiert munter weiter und besäuft sich mit billigem Geld (an dieser Stelle: Grüße an Draghi und Konsorten!).
Die AfD hält am Staatsmonopol fest: Sie hinterfragt weder dutzende Repressionen noch die völlig unangemessene Geldmengenerweiterung. Sie hinterfragt weder, wo das ganze Geld für die horrenden Schulden seinen Ursprung hat, noch hinterfragt sie, ob dieses System nachhaltig ist. Die Tatsache, dass der Bürger einem Geld ausgeliefert ist, dessen Wert in 10 Jahren er sich nicht sicher sein kann, dessen Entstehung nicht etwa durch Arbeit, sondern durch einen willkürlichen Knopfdruck erfolgt, hinterfragt die AfD nicht. Dass des Bürgers Geld nicht im Banktresor verweilt, sondern munter und ohne zureichende Sicherungen verliehen wird, stößt auf taube Ohren. Die AfD ist das geldpolitische Schaf im Wolfspelz – revolutionär nach außen, systemgläubig und harmlos nach innen.

Die politische Dekadenz ist stets bemüht, die Allianz von Staat und Bankenwesen mit allen Mitten zu verteidigen und die Alternative, das Marktgeld und dessen Vertreter Hayek und Mises, im Elfenbeinturm anzuketten – zu groß sind die Synergien zwischen Staat und Bank. Die Banken suhlen sich in frischem und billigem Geld, die Staaten feiern ihre Kreditgeber in einer Verschwendungsorgie und müssen sich nicht vor schlechten Träumen fürchten: Durch seine Regulierungswut verteidigt der (größte Monopolist) Staat seine Monopolstellung erbittert – das Teilreservesystem wird für die Zukunft betoniert.
Damit die Orgie munter weitergeht, müssen Schulden her. Ohne Schulden, kein frisches Geld. Ohne frisches Geld, keine Schulden. Ein Teufelskreis, den man mit ein wenig „Zurück zur D-Mark“ oder „Lasst die Griechen ausscheiden“ nicht brechen kann. Was stört es den Rummel, wenn das Kinderkarussell ausfällt?

„Wären wir auf einer grünen, unbewohnten Insel, könnte man über die Einführung des Marktgeldes reden – aber in unserer globalisierten Welt ist das nur eine Utopie“, plappert das außerirdische Wesen namens „Staatsliberalist“, auch unter dem Pseudonym „Christian Lindner“ bekannt, in einem Interview mit den „Sons of Liberty“. Währungswettbewerb? Die ersten Politiker und Bankiers kollabieren – „Chaos, Verwirrung, Armut, Zusammenbruch!“

Zeit für Fakten:

Marktgeld – jedes Individuum oder jede Gruppe an Individuen, sei es der Staat, die Banken oder Claudia Roth (sofern sie nicht auf der Krim kampiert), könnten eine eigene Währung ausgeben. Ein Großteil der Währungen würde sich nicht durchsetzen – nur die gefragtesten Währungen, die dem hohen Wettbewerbsdruck standhalten, würden sich durchsetzen.
Wie das funktioniert? Fragen Sie sich selbst: Würden Sie die Claudia-Roth-Währung wählen, die – ähnlich wie der Euro oder der Dollar – beliebig nachgedruckt werden kann und ständig an Wert verliert? Oder würden Sie lieber die „Alternative Währung“ wählen, die zu 100% mit Gold gedeckt ist? Jeder hat die Wahl, jeder ist wahrlich frei in seiner Entscheidung.
Die eine Währung ist ideal zum Sparen, die andere ideal für den Konsum und eine dritte Währung ideal für Investitionen. Die Vielzahl an Währungen ermöglicht, den persönlichen Geldbestand an den eigenen Lebensstil anzupassen.

Aber womit soll ich bezahlen? Was wäre, wenn der grüne Frutarierladen oder der Antifa- Merchandising-Shop nur die Claudia-Roth-Schrottwährung akzeptiert, ich aber die gefragte „Alternative Währung“ halte – liebe Frutarier, liebe Verfassungsfeinde: Nicht verzweifeln, aber Ersterer wird Konkurs anmelden und Zweiterer wird seinen Kunden abverlangen, mit der Claudia-Roth-Währung zu bezahlen und folglich einen Wettbewerbsnachteil akzeptieren müssen.
Der Anbieter, der seine Waren gegen eine Währung verkauft, die in der Bevölkerung verbreitet ist, beispielsweise gegen die „Alternative Währung“, hat einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Anbieter, der nur Minderheitswährungen akzeptiert.
Wieso also bei Supermarkt A einkaufen, der nur eine einzige Währung akzeptiert, wenn Supermarkt B alle Währungen akzeptiert, die ich halte?

Doch muss ich dann befürchten, gegen einen Pfosten zu laufen, weil ich im Supermarkt ständig den Wert meiner Währungen mittels Taschenrechner gegeneinander aufrechnen muss? Muss ich mir einen Rollkoffer anschaffen, um meine verschiedenen Währungen zum Supermarkt zu karren – es könnte ja sein, dass er für Produkt A die Währung A und für Produkt B die Währung B fordert? Aus Gründen der Praktikabilität wird eine Verrechnungswährung eingeführt werden – nicht 1000 Preisschilder werden neben der Butter kleben, sondern ein Schild, das den Preis in der Verrechnungswährung anzeigt. Jede Währung hat in der Verrechnungswährung einen Wert – so kann ich meine Waren mit Währung A, B, C oder D bezahlen. Vorzugsweise verwendete ich eine Währung, die ideal für den Konsum ist.

Ideal für den Konsum? Währung A, B, C, D? Muss ich erst meinen Bachelor in Volkswirtschaft abschließen, um zu entscheiden, welche Währung für welchen Zweck geeignet ist? Wo eine Nachfrage besteht, dort wird sich auch ein findiges Individuum finden, das ein Angebot schafft – eine der vergessenen goldenen Regeln der Marktwirtschaft.
Unternehmen werden sich gründen, die Sie – gegen Lohn – beraten. So wie es heute Ernährungsberater gibt, wird es morgen Währungsberater geben. So wie Sie sich heute über Martin Schulz Terminplaner informieren können, so werden Sie dies morgen über die Währungen A, B, C, D können.
Die Nostalgiker wählen das Fiat-Money, die Sicherheitsfanatiker die Goldwährung, die Mittelalterfans die Silbermünze, die Optimisten und Revoluzzer den Bitcoin.

Der Bitcoin startet seinen Feldzug, das Marktgeld verlässt den Elfenbeinturm 

bitcoins182way2008 wurde die kryptographische Währung „Bitcoin“ geschaffen – die disruptivste und dezentralste Währung der Welt, die Marktgeldkritiker entwaffnet, indem sie das Argument „Marktgeld ist utopisch“ entkräftet. Er ist lediglich ein Beispiel für ein Geld, das seine Geburt im freien Markt hat und nicht „Vater Staats“ Schoß entspringt. Bitcoins sind käuflich erwerbbar. Kauft man einen Bitcoin, erhält nicht mehr als einen Code. Dieser kann auf einen Schein gedruckt werden, im Handy gespeichert werden, auf meine Hand
geschrieben werden oder der Halter prägt ihn sich ein. Jeder Bitcoinhalter verfügt über sein persönliches Konto, über seine persönliche Signatur, die nur er besitzt.

Der Bitcoin wird durch Arbeit geschaffen – die Silbermünze hat deswegen einen Wert, weil sich jeder Halter des Silbertalers bewusst ist, dass dieser nicht aus „dem Nichts“ kommt, sondern unter körperlicher Arbeit erzeugt wurde. Auch für die Erzeugung von Bitcoins ist Arbeit von Nöten (Rechenleistung).
Der Bitcoin verwaltet sich selbst – es bedarf keiner Zentralbank, keiner Regulierung, keines Staats.
Der Bitcoin ist teilbar und flexibel – einen Euro kann man in 100 Cents teilen, den Bitcoin in Millionstel.
Der Bitcoin ist unfälschbar – nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist es unmöglich, den Bitcoin zu fälschen.
Des Bitcoins Wert ist beständig – die Menge an Bitcoins ist begrenzt, die Inflation lässt sich exakt berechnen.
Der Bitcoin ist transparent – jede Transaktion wird notiert und in einer Bilanz festgehalten. Jeder Bitcoinhalter hat eine Kopie dieser Bilanz. Eigentumsverhältnisse sind klar definiert.

Bargeld ist das ideale Zahlungsmittel: Es beansprucht keine Transaktionsgebühr, ist unverhinderlich, unumkehrbar und anonym. Kaufe ich jemandem ein Kaugummi ab und überreiche ihm im Gegenzug Bargeld, so zahle ich keine Gebühr für den Handel. Niemand kann mich hindern, dem Verkäufer das Bargeld zu überreichen. Der Verkäufer kann nach Erhalt des Geldes weglaufen – die Transaktion kann nicht rückgängig gemacht werden. Bargeldverkehr kann nicht zurückverfolgt werden – kein Staat der Welt kann mir mein „Bargeld“ streichen oder in meinem „Bargeldverkehr“ schnüffeln.
Der „Bitcoin“ erfüllt die Eigenschaften des Bargelds, überwindet jedoch die räumliche Barriere – in Sekunden kann dieser weltweit überwiesen werden. Niemand kann mich an dieser Transaktion hindern. Das Internet kann zensiert, aber nicht „ausgeschaltet“ werden. Der Bitcoin ist überlegen – er ist das bessere, das digitale Bargeld.

Eine der besten Kurzvorstellungen des Bitcoins:

Eine Bilanz
Die Ökonomen Hayek und Mises überwinden mit ihrer Österreichischen Schule die fragilen Säulen der staatlichen Währungen, nämlich Überwachung, Wertverlust, Enteignung und politische Willkür. Sie überwinden die Umverteilung von unten nach oben, beenden das Nutznießer- und Schmarotzertum von Staat und Bank, schieben dem überbordendem Keynesianismus den Riegel vor und hauchen einem fast vergessenem Grundsatz wieder Leben ein, den die FDP längst auf dem Euro-Altar geopfert hat; einer Tugend, mit der die AfD endgültig beweisen könnte, dass die „FDP 2.0“ nur ein Hirngespenst ist: Dem Grundsatz, dass die Freiheit stets das höchste Gut ist – auch in der Geldpolitik.

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