Logbuch der Freiheit

Liberale Perspektiven – Markt, Moral, und Medien

Der Vorbote des „sozialen“ Sozialismus

– über die Bürgerpflicht, das Bargeld zu verteidigen.

Der Sozialismus ist auf dem Weg. Doch sein Antlitz hat sich gewandelt, denn der Wolf hat Kreide gefressen und gibt sich nun als Gott der „sozialen Gerechtigkeit“, als Hüter der Steuerdisziplin, als ärgster Widersacher der Kriminellen und nicht zuletzt als leuchtende Fackel in Zeiten wirtschaftlicher Krisen. Sein neuester Auswuchs übertrifft selbst Orwells „1984“, Bradbury’s „Fahrenheit451“ oder Rands „Anthem“ – die Rede ist vom Bargeldverbot, dem prophezeiten Götzen, der Wohlstand und Gerechtigkeit verspricht.

1984 droht zur Wirklichkeit zu werden.

1984 droht zur Wirklichkeit zu werden.

Noch am vorletzten Mittwoch kündigte NRW-Finanzminister Walter-Borjans (SPD) an, eine Initiative zur Schaffung einer Bargeldobergrenze von 2000€ zu initiieren, um „schiefe Geschäfte wie Drogenhandel, Steuerhinterziehung und Schwarzgeldkäufe einzudämmen“. In den Brüsseler Kreisen ist man bereits weiter und versucht die Harmonisierung Europas auch dem Bargeld aufzuzwingen. Schon jetzt endet der Bargeldspaß in Spanien bei 2.500€, in Griechenland bei 1.500€, in Italien bei 1.000€ und in Schweden träumen die Geldsozialisten sogar vom kompletten Bargeldverbot – frei nach dem Motto: Gemeinsam in den Abgrund.
Bezeichnend ist in dieser Debatte die naive Argumentation der Geldsozialisten: Zum einen werden wirtschaftspolitische Argumente ins Feld geführt. Das Verbot von Bargeld verhindere Steuerhinterziehung, Drogenhandel und Schwarzgeldkäufe. Zum anderen wird immer die Praktikabilität des rein elektronischen Zahlungsverkehrs beschworen.

Es ist nicht zu bestreiten, dass der einfache Steuerhinterzieher andere Optionen als den Zug nach Luxemburg wählen müsste und der gewöhnliche Drogenkriminelle sein Geschäftsmodell zu überdenken hätte. Mittel und Wege würden sich ändern.

Über die Praktikabilität lässt sich ebenso streiten, auch wenn der ein oder andere den rein elektronischen Zahlungsverkehr als praktisch empfinden mag. Die Konsequenz ist die totale Abhängigkeit: Ob die Zyprioten die EC-Karte – im Rahmen der durch den Bankensturm verhängten Kontosperren – ebenso „praktisch“ fanden, obwohl Sie am Schalter keinen Cent erhielten? Wohl kaum. Sie waren auf ihre Bargeldreserven angewiesen.
Der Preis für diesen Pakt mit dem Staat ist die Kapitulation vor dem Leviathan , die völlige Hingabe und Unterwürfigkeit. In voller Vorfreude reiben sich die Gesellschaftsingenieure schon fleißig die Hände und auch Marx, Engels und Konsorten würden sicher die ein oder andere Freudenträne vergießen. Jede Transaktion, sei es der Kauf einer Schachtel Zigaretten, eines Liters Benzin oder eines alles andere als klimaneutralen Porterhouse-Steaks wäre staatlicher Bewachung ausgesetzt.

Natürlich beteuert der politische Moralist, dass der Finanzbeamte die Privatsphäre des Bürgers nur bei akutem Verdacht verletzen würde. Doch, auch hier gilt: Kontoregister, Bargeldverbot und Registrierkassenpflicht bieten zu verlockende und ungeahnte Möglichkeiten für die staatlichen Gesellschaftsklempner. An dieser Stelle soll eine Passage Werner Reichels dienen, die seinem Artikel „Das Ende der Freiheit“ entnommen ist:

„Wenn etwa der übergewichtige Schnitzelfreak in einer Woche zum dritten Mal beim Metzger seines Vertrauens einkauft, könnte man ihn doch mit einer elektronischen Nachricht auf sein Smartphone dezent darauf hinweisen, doch mal einen Veggieday einzulegen. Viele Nette Grüße, ihre Gebietskrankenkasse.“

Während dieses Beispiel auch mir ein kleines Schmunzeln entlockte, sollte sich jeder bewusst sein, dass der Indoktrinationswille der staatlichen Hand ungezügelter Natur ist. Ist die Freiheit erst einmal zum Schafott geführt, gibt es kein Zurück. Willkommen im Jahr 1984, wo dem Übergewichtigen der Kauf von Chips und Pizza untersagt wird – natürlich nur zu seinem Besten! Wo dem Bürger nach dem dritten Knöllchen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung der Kauf von Benzin verwehrt wird – natürlich nur zu seinem Besten! Wo der Erwerb von „falscher“ Literatur untersagt wird – natürlich nur zu seinem Besten! Wo der kritische „Eurohasser“, „Europa-Feind“ und „Verschwörungstheoretiker“ plötzlich Post von seiner Bank bekommt, dass sein Konto gesperrt wurde – natürlich nur zu seinem Besten! „Alle Macht dem Leviathan!“ karikierte Andreas Tögel das Bargeldverbot in seinem Artikel für das ef-Magazin, denn der er wird schon wissen, was er tut.

Eine vielfach unterschätzte Folge ist die pedantische Kriminalisierung des Alltags: Die Großmutter, die ihrem Enkel einen 20er zum Geburtstag überreicht, würde sich strafbar machen. Der Junge, der des Nachbars Garten für ein paar Scheine mäht, wäre fortan ein Gesetzesbrecher. Der Familienvater, der die Rechnung im Eiscafe im Einverständnis mit dem Besitzer in Bar zu begleichen versucht, weil er seine EC-Karten vergessen hat, wäre in einer solchen Gesellschaft ein Krimineller.

Jens Weidmann, Vorsitzender der einst so glorreichen Deutschen Bundesbank, sprach ein Plädoyer aus, dem wir ohne Wenn und Aber folgen sollten: „Das Bargeldverbot ist keine Option.“
Jeder Konservative, Liberale und jeder Bürger dieser freien Bundesrepublik sei aufgerufen, gegen diesen Versuch, die gedruckte Freiheit auf dem Altar der „Gerechtigkeit“ und sozialdemokratischen Ideologie zu opfern, seine Stimme zu erheben und diesen Hokus-Pokus als das zu entlarven, was er ist: Der Vorbote des „sozialen“ Sozialismus.
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„Das Ende der Freiheit“, Werner Reichel, 19. Mai 2015: http://ef-magazin.de/2015/05/19/6898-drohendes-bargeldverbot-das-ende-der-freiheit
„Alle Macht dem Leviathan!“, Andres Tögel, 26. März 2013: http://ef-magazin.de/2013/03/26/4125-bargeldverbot-alle-macht-dem-leviathan

Vater, Mutter, Staat – das neue Familienoberhaupt

– wie Sozialklempner die Familie systematisch zerstören.

Sozialisten haben viel zu lachen angesichts der derzeitigen Familienpolitik.

Sozialisten haben viel zu lachen angesichts der derzeitigen Familienpolitik.

Die systematische Durchdringung der Familie ist für Sozialisten jeglichen Couleurs seit Jahrhunderten ein willkommenes Werkzeug zur Durchsetzung Ihrer Interessen. Dabei war die Familie einst und heute in ihrem schlummernden Kern nicht Werkzeug, sondern ein Verteidigungswall für Freiheit, Selbstverantwortung sowie echter Solidarität im Sinne von zwangloser Unterstützung schwächerer Glieder einer kommunalen Gesellschaft.

Der Gedanke, dass eine natürlich gereifte Institution in Form der traditionellen Familie koexistiert, ist für den Monopolisten Staat unerträglich, schafft die Familie doch eine Angebotsvergrößerung von Gütern, die der Staat sich einzuverleiben versucht.

Während das staatliche Sozialsystem nur eine kühle Umverteilungsmaschine ist, die mit freiwilliger Solidarität im Sinne der christlichen Nächstenliebe so viel zu tun hat wie Martin Schulz ein überzeugter Europäer ist, bietet die Familie meist sichere Zuflucht in finanziell schwierigen Zeiten. Es bleibt nicht beim monatlichen Gruß auf dem Kontoauszug, sondern das schwache Familienmitglied wird durch Zuspruch und durch temporären Zuwendungen unterstützt – nicht aber umsorgt, bleibt bei der temporären Unterstützung durch die Familie auch immer das Gefühl des „Aushaltens“ im Hinterkopf. Der Betroffene ist bemüht, seiner Familie so wenig und so kurz wie möglich zur finanziellen und seelischen Last zu fallen. Es bleibt: Blut ist dicker als ein anonymer Staatsapparat, der durch „moral hazards“ (Jörg Guido Hülsmanns, „The political Economy of moral hazard“), also durch staatliche Intervention verursachte moralische Fehlleitungen das Problem der Arbeitslosigkeit befeuert statt lindert.

Degradiert zu einer Nummer.

Degradiert zu einer Nummer.

Doch Blut ist nicht nur dicker als Wasser oder der Staat, sondern zudem noch voll mit Vitamin F, dem weitaus effektiveren Vitamin B(eziehung) – Familie bedeutet zugleich auch Seilschaft. Vom heutigen Zeitgeist verspottet, zieht sich der Seilschaftsgedanke – besonders belebt vom studentischen Verbindungswesen– still und heimlich durch die Wirtschaft. Doch warum ist die familiäre Seilschaft der staatlichen Arbeitsvermittlung überlegen? Der familiäre Seilschaftsgedanke ist ein symbiotischer: Stellt ein Firmeninhaber ein Familienmitglied ein, so kann er eine erhöhte Loyalität und Arbeitskraft erwarten – während sich bei nicht-familiären Bewerbern die Persönlichkeit und Arbeitsmoral erst nach einigen Monaten herausstellt, weiß der Arbeitgeber beim Familienmitglied, woran er ist. Zu erwarten ist auch, dass sich das Familienmitglied eher mit dem Unternehmen identifiziert (und es somit effizienter vertreten kann) als ein außenstehender Arbeitnehmer. Für jenen ergibt sich eine Chance, die er auf normalem Weg nicht erhalten hätte.

Mit dieser symbiotischen Beziehung kann keine behördliche Arbeitskartei mithalten, beinhalte sie noch so viele Persönlichkeitstests und amtliche Einschätzungen.

Oft kritisiert werden beim Seilschaftsgedanken Auswüchse in Form von Dynastien, also familiärer Machtausübung über Jahrhunderte. Zu beachten ist dabei, dass erst das gefährliche Rendezvous von autoritärer Macht und dem Seilschaftsgedanken das Elixier Vitamin F verdirbt und zu einem langwierigen Teufelskreis versalzt. Der Keim dieses Übels ist jedoch nicht die Fortsetzung einer solchen Tyrannei, sondern vielmehr der Kern dieser, nämlich die Möglichkeit für wenige, ein autokratisches System zu errichten.

Aus arbeitstechnischer und sozialer Perspektive ist die Familie also dem Staat überlegen, doch damit nicht genug.

Bildungsplan in BaWü - die Eltern gehen auf die Straße (Link zum Artikel via Klick auf das Bild)

Bildungsplan in BaWü – die Eltern gehen auf die Straße (Link zum Artikel via Klick auf das Bild)

Familiäres Zusammenleben prägt Verhalten, Einstellung sowie Wertegefühl des Individuums: Eltern vermitteln Ihren Kindern ein Wertevermögen, wie es Ihnen für richtig erscheint. Die grundsätzliche Frage sollte gestellt werden: Ist der Staatsapparat fähig, das individuelle Wesen eines Kindes zu berücksichtigen, die Persönlichkeit des Kindes mit all seinen Eigenheiten zu würdigen und entsprechend Werte zu vermitteln, die für das Agieren im direkten Umfeld von Wichtigkeit sind? Was für übernatürliche Wesen müssen in einem Bildungsministerium sitzen, um die Persönlichkeiten von Millionen Kindern zu achten und zu fördern? Oder sind nicht vielmehr die eigenen Eltern selbst in der Lage, ihrem Kind, das bei ihnen lebt, von ihnen ernährt und aufgezogen wird, dessen Eigenheiten sie in jeder Facette kennen, ein solches Wertevermögen zu vermitteln?

Die Antwort liegt auf der Hand. Wer sich nicht zu sozialkonstruktivistischen Idealen bekennt, muss stets der Familie die alleinige Erziehungsverfügung geben – Bildungspläne, „Toleranzunterricht“, „wertevermittelnde Fächer“ und weitere ideologischen Ergüsse sind aus freiheitlicher Sicht streng abzulehnen. Wahrscheinlich ist ein wehrhafter Widerstand gegen solche Eingriffe erste Pflicht eines Liberalen, beginnt die Indoktrination doch in der staatlichen Erziehung und Bildung. Aus historischer Perspektive möge man sich vor Augen halten: Die bewusste Entrechtung der Familie ist kein Relikt der Kaiserzeit, sondern ein akribisch geplanter und vollzogener Schachzug der Nationalsozialisten – durch die Durchdringung des privatesten des Privaten, dem familiären Leben und dessen Kompetenzen durch das „kälteste aller kalten Ungeheuer“ (F. Nietzsche), also den Staat, konnte Le Bons Psychologie der Massen überhaupt keimen.

„Utopisches Gerede!“, „realitätsfern“ wiederholen Politiker gebetsmühlenartig. „Zerrüttelte, entfremdete Familien und Kinderlosigkeit!“ werfen Soziologen hektisch in den Raum – ohne die Ursache zu erforschen. Der familiäre Zusammenhalt ist massiv geschwächt – doch warum?

Weil er schlicht und ergreifend nicht mehr nötig ist. Warum großartig um die Kinder kümmern, wenn es doch der Staat macht? Warum Werte vermitteln, wenn dies doch „geschulte“ Beamte tun? Warum überhaupt Kinder anschaffen, wenn sie doch nur eine finanzielle Belastung darstellen? Warum die Eltern pflegen, wenn Ihnen doch ein Platz im staatlichen Pflegeheim blüht? Warum Respekt vor den Eltern haben, wenn man nicht auf Ihre Zuwendungen für Bildung und Auskommen angewiesen ist, da der Staat dies übernimmt?

Liebender Vater? Die Skulptur von Thomas Schüttle.

Liebender Vater? Die Skulptur von Thomas Schüttl (Bericht via Klick auf das Bild)

Der familiäre Generationenvertrag wird überflüssig, sobald der Staat sich erdreistet, private Sicherungssysteme in die Hand der Allgemeinheit zu legen. Bewährte Grundsätze, wie die Mehrgenerationenfamilie, in der Großeltern gepflegt und im Gegenzug für die Betreuung der Kinder gesorgt ist, werden unattraktiv. Der Gedanke, dass Kinder ein Garant für die soziale und finanzielle Sicherung im Alter sind, wurde dem Bürger längst ausgetrieben. Geben-und-Nehmen sowie die christliche Nächstenliebe mutieren zu schwammigen Schlagbegriffen und haben ihre Bedeutung verloren, da der bewährte Familiengedanke mit seinen Leistungen durch schlechte und anonyme Leistungen aus der Hand des Leviathans (nach der Theorie von T. Hobbes) abgelöst wird.

Roland Baaders berühmter Traum, der Prolog des Klassikers „Kreide für den Wolf“ ist zugleich eine Traumdeutung der heutigen Gesellschaft:

„Was ich brauche, das sind: Freunde, Familie und rechtschaffene Christenmenschen, in guten und in schlechten Zeiten; und ich bin Freund, Familienmitglied und Christ; auch dann, wenn es anderen schlecht geht; aber dazu brauche ich keine Funktionäre und Schmarotzer, keine bezahlten Schergen und staatsverordnete Wohltäter. Dazu brauche ich nur die mir Nahestehenden und den Herrgott. Hier stehe ich. Gott helfe mir! Ich kann nicht anders!“

Schon damals ein Freiheitsdenker - Roland Baader.

Schon damals ein Freiheitsdenker – Roland Baader.

– kein Beamter, kein Sozialkonstruktivist und kein Gesellschaftsingenieuer mag sich in Baaders Traum mogeln, doch eine Mehrheit der Bevölkerung schlafwandelt und lässt den Leviathan am familiären Esstisch Platz nehmen. Selbst in ihren kühnsten Träumen scheinen finanzielle Sicherung, Fürsorge und Erziehung – seit Jahrtausenden durch die Familie sichergestellt – nur durch den Staat als Familienmitglied möglich, der sich diese Kompetenzen still und heimlich angeeignet hat und nun – frei nach dem Motto „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“ – staatliche Leistungen alternativlos in die Schüsseln klatscht. Freiheit erfordert Mumm und Courage, manchmal auch den entscheidenden Mut, den Staat vor die Tür zu bitten.

Seit September 2014 zeichnen leere Seiten das Logbuch der Freiheit – nun mit mehr Zeit, gleichem Kurs und mehr Knoten geht es wieder in Richtung Freiheit. Segel setzen!

Wem gehörst Du? Der Eigentumsbegriff.

– Individuum oder Kollektiv, Selbsteigentum oder Versklavung.

„Mir selbst!“ dürfte die Antwort eines jeden auf diese banal scheinende Frage sein. Im Kern ist diese Antwort das Epizentrum des Liberalismus sowie der Freiheitstheorie. Spätestens mit Murry N. Rothbards akademischen Hauptwerk „The Ethics of Liberty“ erhielt die Freiheit ein moralisches deduktives Fundament, das die Menschenrechte mit dem Eigentum am eigenen Körper begründete. Die Logik dessen wohnt dem Menschen schon im Kindesalter inne:

Mein Körper gehört mir. Ich kann entscheiden, was ich ihm zufüge oder zuführe. Niemand hat das Recht, mich körperlich zu schädigen, da mein Gegenüber nicht der Besitzer meines Körpers ist.

Alles, was von meinen Händen, also meinem Körper, geschaffen wird, gehört mir. Erschaffe ich ein Gut mit meiner Arbeitskraft, so ist es meins. Diese beiden simplen Grundsätze werden bereits in der Kindheit vermittelt und scheinen selbstverständlich: Respektiere das Eigentum anderer, denn es ist nicht deins. Respektiere den Körper anderer, denn es ist nicht deiner. Niemand würde bei diesen einfachen Naturrechten die Nase rümpfen oder sie in Frage stellen. Umso tragischer, dass es sich nur um Worthülsen handelt, die in der Realität mit Füßen getreten werden.

So sind Steuern nichts anderes als Diebstahl des Eigentums anderer unter konsequenter Androhung von Gewalt. Man kann sich über den Nutzen von Steuern streiten (, der mindestens zweifelhaft und wahrscheinlich nicht vorhanden ist), doch bleibt es Tatsache, dass sie Zwang und Gewalt verkörpern. Der Bürger wird gezwungen, für eine Leistung, die er nicht ablehnen kann (ähnlich wie bei der heutigen Mafia), zu bezahlen. Tut er es nicht, drohen weitere Enteignung und Freiheitsentzug.

Das Recht auf die Früchte der Arbeit und die Verwendung dieser wird permanent und schwerwiegend verletzt. Ausreden wie „Umfairteilung“, „soziale Verantwortung“ oder „Gesellschaftsvertrag“ ändern nichts an der Tatsache, dass ich meiner Arbeitsentlohnung beraubt werde. Ob gut gemeint oder nicht: Auch der barmherzige Räuber und Bandit bleibt ein Verbrecher.

Doch nicht nur das Recht auf die Früchte der Arbeit wird verletzt, sondern auch das Recht auf die volle Verfügung über meinen Körper. Gutmenschen und andere lebensbesserwissende Hinterzimmerbürokraten bestimmen, was man kaufen darf und was nicht (Grüße an die Staubsaugerabteilung in Brüssel!), was man seinem Körper zuführen darf und was nicht (Grüße an die Prohibitionisten und die Verbotsvorboten!) sowie was man zu tun und zu lassen hat (Grüße an die Schulzwanghorde, ihr seid in bester Gesellschaft, da die Schulpflicht ein NS-Relikt ist!). Sie alle sind es, die dem Menschen nicht einmal das Recht auf das ihm zugehörige, den eigenen Körper, zugestehen.

Der freiheitliche Denker Roland Baader in seiner Studentenzeit

Der freiheitliche Denker Roland Baader in seiner Studentenzeit

Barbarisch ist erst der Umstand, dass sich solche Verbotsapostel  selbst versklaven, da sie auch das Recht auf Ihren eigenen Körper ablehnen und die Verfügung über diesen lieber dem Kollektiv überlassen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang, dass diejenigen, die nicht einmal das Recht auf ihren Körper verteidigen, sondern es an eine anonymisierte Masse abtreten, sich anmaßen, ihr tragisches Selbstverständnis den eigenen Mitmenschen aufdrücken zu wollen. Erschreckend in diesem Zusammenhang, dass der Aufschrei gegen diese Lebensbestimmerkaste ausbleibt und die Bevormundung mit wehenden Fahnen und tosendem Applaus begrüßt wird – die reine Kollektivgesellschaft ist nicht mehr weit und mit ihr wird Orwells 1984 bittere Realität.

Wem gehörst Du? Dir oder dem staatlichen Kollektiv?

Politisch entfesselter Sadismus: Der Indonesische Gangster-Genozid

– von Oppenheimers Verfilmung „The Act of Killing“ und dem größten Ideologiebrutkasten.

Das liberal-libertäre Menschenbild nimmt den Menschen, wie er ist – es erkennt im Menschen das Gute, das Böse, das Barmherzige und auch das Sadistische. Deswegen lehnt der Libertäre Fremdherrschaft ab, denn wenn neben guten und barmherzigen auch böse und sadistische Menschen existieren, dann darf kein Herrschaftssystem existieren, das von Menschen zweiten Typs ausgenutzt werden könnte. Selbst wenn der perfekte Demokrat und Politiker existierte: Durch geschickte Rhetorik und Manipulation gelingt es einigen immer wieder, sich in Herrschaftssystem festzukrallen und ihren Sadismus blutig auszuleben. Auch kann Macht sowie Herrschaft zum Sadismus verführen – verfügt man erst einmal über die Macht, ein menschliches Leben zu zerstören, so wird der sadistische Trieb lauter und kriecht aus seiner verborgenen Ecker hervor.

Der brillante und mit Preisen sowie Oskars überhäufte Dokumentarfilm „The Act of Killing“ (deutsch: „Der Akt des Tötens“) zeigt in ungeahnter Grausamkeit, wie Herrschaftssysteme ausgenutzt werden, um die innere Blutgier einiger auf Kosten aller zu befriedigen. Thematisiert wird das historische Massaker 1965-1966 in Indonesien. Nachdem ein Putschversuch der „Bewegung 30. September“, bei dem mehrere indonesische Generäle getötet wurden, scheiterte, rief der General der indonesischen Armee, Suharto, die „Saison der Hackmesser“ aus. Sämtliche Mitglieder der beschuldigten „Kommunisten Partei Indonesiens (PKI)“ als auch Sympathisanten sollten verhört und verschleppt werden. Die Todesschwadronen, die sich aus Militär, Paramilitär und der politisch-militaristischen Pancasila-Jugend rekrutierten, brannten ganze Dörfer nieder und töteten rund eine Million Studenten,  politisch Andersdenkende sowie Frauen. Heute ist historisch erwiesen, dass die Putsch-Beschuldigungen gegen die PKI falsch waren. Dennoch – so berichtet ein Protagonist – werde die Geschichte von den Siegern geschrieben – auch heute ist die Pancasila-Ideologie in Indonesien vorherrschend. Auch heute werden die Massenmörder als Nationalhelden verehrt. Die Angehörigen der Opfer wurden mit Berufsverboten und entzogenen Grundrechten stigmatisiert. Schon der Trailer von „The Act of Killing“ gibt einen ersten Vorgeschmack auf den grotesk-brutalen Dokumentarfilm:

Dabei setzt „The Act of Killing“ auf die Täterperspektive: Mitglieder der damaligen „Säuberungskommandos“ werden gebeten, ihre Taten nachzustellen. Protagonist ist Anwar Congo, ehemaliges Mitglied eines „Todeskommandos“. Seine Morde stellt er mit großer Freude nach – einen „Film für die ganze Familie“ wolle er kreieren, ein „Lebenswerk schaffen“, „Unterhaltung bieten“.

Blutiges Verhör

Blutiges Verhör

Eifrig dreht er Szene für Szene, ahmt seinen Hollywood-Vorbildern in den Mordszenen nach und baut sogar – zu Unterhaltungszwecken – Musicalszenen und Komödien ein. Heraus kommt ein Film, in dem die Protagonisten sich über alte Geschichten austauschen – zum Beispiel über die Vergewaltigung indonesischer Frauen („Und ich sagte ihr: Für dich wird es Hölle werden, aber für mich der Himmel.“) oder über die für sie effektivste Mordwaffe, nämlich Stacheldraht („Leise, günstig und schnell zu beseitigen.“). Es werden Verhöre simuliert, die in ihrer Barbarei kaum zu übertreffen sind – stolz entreißt Anwar einem verhörten Vater sein Kind und massakriert es (dargestellt durch einen Plüschbären).

Stolz brüsten sich die Protagonisten mit ihren Taten: Jeder versucht, den anderen in seiner Brutalität zu übertreffen. Einzelne Szenen zeigen Anwar in Fernsehtalkshows – das Publikum bejubelt ihn. Die Feste und pseudo-demokratischen Rituale der regierenden indonesischen „Demokratischen Partei“  und der Pancasila-Jugend werden gezeigt – Witze über das Abschlachten der „Kommunisten“ in den 50er Jahren rufen schallendes Gelächter hervor, die militaristische Beschwörung eines Indonesiens unter der Pancasila-Ideologie (= fünf Grundsätze der indonesischen Verfassung) und die Verfolgung von Angehörigen der ermordeten „Kommunisten“ erzeugen bebenden Beifall.

„Habe ich gesündigt?“

Wie banal ist das Böse? Wie können Menschen wie Anwar fröhlich tanzen und sich an der eigenen Grausamkeit ergötzen? Wie betäuben sie ihr Gewissen? „The Act of Killing“ lässt tief blicken – in einigen Szenen wird aus dem brutal-souveränen Anwar ein kleines weinerliches Kind, dessen Gewissen zu pochen beginnt.

Abbruch der Szene

Abbruch der Szene

Beim Besuch seines Hinterzimmerbüros, das er  „Blutbüro“ taufte, übergibt sich Anwar vor Ekel. Eine sadistische Enthauptungsszene, in der Anwars Körper geschändet wird, löst ebenso einen Brechreiz bei Anwar aus. Die Folterszene, in der Anwar die Opferposition einnimmt und sich mit verbundenen Augen und einer Drahtschlinge um seinen Kopf gefesselt auf einem Stuhl wiederfindet, muss abgebrochen werden – „Ich konnte ihren Schmerz fühlen. Er war so echt“. Verfilmt werden auch seine Albträume – monströse Gestalten bedrohen den hilflosen Anwar und rufen das Gewissen hervor.

Auch Anwar verfügt über ein Gewissen – tief verborgen hinter Verdrängung und Ideologisierung.

Die Droge Ideologie

„Ich wusste, dass das Foltern, Morden und Rauben moralisch schlecht war, aber eine innere Stimme sagte mir stets: Das Töten ist richtig, mach weiter.“, merkte Anwar an. Welche Gewalt kann eine solche Stimme erzeugen?

Es ist die staatliche Gewalt, die eine ganze Bevölkerung von der Droge Ideologie abhängig machen kann. Die aufwendige Propagandamaschinerie der indonesischen Regierung beruhigte das Gewissen der Todesschwadronen.

Da gibt es den Zeitungschef, dessen selbsterklärte Aufgabe es war, „die Feinde der politischen Führung zu verteufeln, sie zu verleumden und das Volk gegen sie aufzuhetzen“. Da gibt es die Propagandafilme, die von jeder Schulklasse zweimal jährlich besucht werden mussten und „die Kinder teils jahrelang verstörten“. 10-jährige Kinder wurden Bilder eingehämmert, in denen ein dargestellter Kommunist eine indonesische Familie brutal massakriert. Auch heute schaut sich Anwar den Film noch gerne an. Er wisse zwar, dass das dargestellte Bild der Kommunisten falsch war, aber die Szenen würden sein Gewissen beruhigen. Die Täter fühl(t)en sich im Recht – sie wurden vom ideologisierten Volk bejubelt und zehrten von der Droge Ideologie, die sie in ihrem Handeln bestätigte und jeden Zweifel unterdrückte.

"Danke, dass du mich in den Himmel geschickt hast"

„Danke, dass du mich in den Himmel geschickt hast“

Die finalen Szenen gleichen einem Gipfel der Obskurität: Anwar inszeniert an einem prächtigen Wasserfall ein Musical. Seine ermordeten Opfer beschenken ihn und danken ihm, dass „er sie in den Himmel geschickt habe“ – eine solche Szene ist das Produkt jahrelanger ideologischer Berieselung, deren Ausmaß nur durch die Gewalt eines Staates aufrecht erhalten werden kann. Ohne die kollektive Manipulation des indonesischen Volks durch staatliche Maßnahmen auf allen Ebenen hätten die haltlosen Vorwände, die zur Ermordung der Andersdenkenden verbreitet wurden, schnell entlarvt werden können. Ohne eine kollektive staatliche Manipulation hätten der Verstand und das Gewissen möglicherweise obsiegt.

Neue Wege, absolute Kontrolle – Ideologie auf staatlichem Level.

Ideologie ist ein allgemeines Phänomen, das sich nicht auf die Politik begrenzt. Auch im Privaten können verirrte Ideologien verheerend und blutig sein. Doch sie begrenzen sich meist nur auf einzelne Kreise, deren Einflussbereich sich in Grenzen hält. Erst durch die Ebene der Politik und die Ebene des Staats ist die vollkommene und restlose Ideologisierung einer ganzen Bevölkerung möglich. Während der Ideologie im Privaten Mittel und Wege fehlen, kann sich der Staat problemlos Zugang zu allen Lebensbereichen verschaffen. Er macht die kollektive Traumatisierung von Opfern und Tätern möglich und kann ausgenutzt werden, um ganze Bevölkerungen für die eigene Sache und Ideologie zu instrumentalisieren.

Schaffen es einzelne, die Herrschaft an sich zu reißen, so können sie die staatlichen Institutionen als Petrischale und Brutkasten für ihre meist perversen Vorstellungen nutzen, indem der wahre oder vermeintliche Feind zum absoluten Schrecken degradiert wird, damit die eigene Mordlust und Gier eine Rechtfertigung erthält. Die Lösung liegt in der größtmöglichen Reduzierung des politischen Einflusses. Es gilt: Je kleiner der Staat, umso geringer die potentielle ideologische Verseuchung.

Abschließend ein Zitat des verstorbenen liberalen Vordenkers Roland Baader:

Liberale Legende: Roland Baader

„Politik ist immer fremde Verfügungsgewalt über mein Leben (über mehr oder weniger große Teile meines Lebens). Und dafür gibt es – wenn ich eine solche Verfügung ablehne – keine logisch oder ethisch haltbare Legitimation. Alle und jede Politik ist im Kern Unrecht und Tyrannei, Unfriede und Gewalt.“ — Roland Baader, Freiheitsfunken II.

Planwirtschaftliche Streicheleinheiten: „Reguliert den Bitcoin!“

– von besorgten Politikern und hilflosen Verbrauchen. Führt die heilige Kuh in die Manege!

Es könnte für die herrschende Klasse alles so paradiesisch sein. Die Staatsgläubigkeit ist ungebrochen, die horrende Abgabenquote dürfte dem ein oder anderen altgedienten SED-Kader noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern und das Geldsystem ist weiterhin monopolisiert – eigentlich perfekte Voraussetzungen, um die Herde in Schach zu halten, wenn man doch bedenkt, dass das Staatsmonopol die Geldmenge je nach Belieben ausweiten kann, um ihre Wahlversprechen zu finanzieren. Entweder Krieg oder Sozialstaat? Entweder Rente oder Eurorettung? Entweder EU-Gelder oder Schulsanierung? Entweder-oder-Fragen gehören der Vergangenheit an – die Geldschöpfung „aus dem Nichts“ ermöglicht die schuldenbasierte Finanzierung von allen Vorhaben. Traumhaft oder? Wer wäre da nicht gerne Politiker…

Doch Angst macht sich breit: Die Innovation hat den Staat längst überrollt und erodiert langsam, aber sicher das staatliche Geldmonopol. Die Bohrspindel ist dabei die kryptographische Währung Bitcoin. Auf die Frage „Was sind Bitcoins?“ antwortet das folgende Video:

Der Bitcoin wurde anfangs belächelt: Politik und Medien hielten ihn für eine temporäre Spielerei von Heckern und Spekulanten – doch sie unterschätzten ihn maßlos und aus dem Lächeln wurde im Angesicht der rasant steigenden Kurse eine Miene der Verzweiflung. In den letzten Wochen wurde die Erfolgsgeschichte mit weiteren Meilensteinen gekürt: Der US-Hardware-Riese „DELL“ kündigte an, künftig auch den Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Auch die Geschäftsführung des Bargeldtransferunternehmens „Western Union“ kündigte eine künftige Akzeptanz des Bitcoins an – Wertsteigerung und Nachfragezuwachs winken.

Ängstliche Gesichter werden den Siegeszug sicher nicht stoppen, deswegen braucht es einen Vorwand, um nicht völlig die Kontrolle zu verlieren. Dabei setzt man auf altgediente Methoden und führt kurzerhand die schon ergraute, aber immer noch heilige Kuh des Verbraucherschutzes ans Licht der Öffentlichkeit. Um ihren Hals baumelt ein Präsentkorb mit allerlei Regularien und feucht-fröhlichen Gesetzen – alles nur für die hilflosen Verbraucher, versteht sich doch von selbst!

Ganz vorne an der Propagandafront: Der Kettenhund der Europäischen Zentralbank (EZB), die Europäische Bankenaufsicht (EBA). In der kürzlich publizierten Analyse „Opinion on Virtual Currencies“, die immerhin ganze 46 Seiten lang ist, präsentiert die EBA das ein oder andere Bonbon gegen den Bitcoin. Manche Argumente zeugen nur von Unkenntnis, andere entspringen dreister Heuchelei.

So lautet das „high risk arguement C05“: „Marktteilnehmer werden von kriminellen oder terroristischen Organisationen kontrolliert.“ Da nur ein Internetzugang für eine Bitcoin-Transaktion nötig ist, seien dubiose Marktteilnehmer wahrscheinlich. Der unschuldige Marktteilnehmer hätte aufgrund des nicht vorhandenen international geltenden Rechts keine Sicherheit. Die Pointe: Selbst wenn ein Schlitzohr einen unbescholtenen Bürger übers Ohr hauen möchte, so gibt der Bitcoin ihm keine Möglichkeit dazu. Ist die Zahlungsanweisung einmal erfolgt, hat der Kriminelle keine Schlupflöcher, um das Geld auf illegalen Wegen wieder in seinen Besitz zu bringen. Auch Diebstahl ist nahezu unmöglich: Ein Bitcoin-Konto ist sicherer als jedes Online-Banking-Konto.

Auch könne der unsichtbare Schlüssel für das eigene Konto in Form eines Passworts verloren gehen – auch dies sei ein „high risk“. Es ist aufschlussreich, dass der Staat seinen Bürgern nicht einmal zutraut, das eigene Geld aufzubewahren, sei es nun Bargeld in einer Geldbörse oder digitales Bargeld mittels Passwort. Wer dem Menschen eine kollektive Unfähigkeit unterstellt, der wird auch nicht zögern, die staatliche Kontrolle des privaten Vermögens zu fordern. Wie soll der unmündige Bürger denn auch wissen, wie er sein Geld sinnvoll für die kollektiven Ziele der Allgemeinheit einsetzen soll? Lenin lässt grüßen.

Die moralische Verkommenheit der selbsternannten Verbraucherschützer zeigt sich an der Reaktion der New Yorker Behörden auf die wachsende Popularität des Bitcoins. Zunächst ließ man verlautbaren, dass man den Bitcoin grundsätzlich befürworte, nur um dann wenige Tage später die „unstrittig notwendige Regulierung“ zu fordern. Bitcoinhändler müssten zukünftig eine Bitcoin-Lizenz erwerben, um diesen verkaufen zu dürfen – man wolle dubiose Anbieter verhindern. Zudem solle das akribische Protokollieren aller Transaktionen inklusive des Namens und der Adresse des Bitcoin-Käufers die nötige Transparenz sicherstellen, was aus Sicht des Datenschutzes bedeutet: Der Staat hat Einsicht in den Geldbestand des Individuums und kann somit Macht ausüben. Die Händlerlizenz wird erst der Anfang sein – die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch die Einzelhändler bald Regulierungen unterwerfen weden sollen. China, Russland und Thailand und eine Handvoll anderer autokratischer Staaten haben die Bedrohung in Form des Bitcoins bereits verboten.

Stellen Sie sich nun vor, Sie besäßen ein kleines Unternehmen. Ihr größter Konkurrent würde nun öffentlich fordern, dass es seine Erlaubnis für das Verkaufen ihres Produktes brauche. Zudem fordere er die Offenlegung aller Informationen über ihre Kundschaft. Natürlich – so betont ihr Konkurrent gebetsmühlenartig – sei dies nur zum Schutz der Verbraucher gedacht. Wahrscheinlich würden Sie die Anweisungen ihres übergeschnappten Konkurrenten einfach ignorieren oder ihn sogar anzeigen.

Die Analogie ist offensichtlich – die größte Bedrohung für den Staatsapparat, nämlich ein freies Geldsystem soll eliminiert werden. Die Institution, die weder vor gezielter inflationärer Eigentumsvernichtung zurückschreckt noch direkte Enteignungen scheut, maßt sich ein Urteil an und die strenggläubige Masse ergötzt sich abermals an der schützend erscheinenden Hand des Staats, die ihn in Wahrheit ausnimmt.

Wer ist also wirklich hilflos und wer sollte besorgt sein?

Besorgt sollte der Bürger sein – er wird nicht als mündiger Bürger, sondern als hilfloser Verbraucher gesehen, den es zu bevormunden gilt. Er sollte besorgt darüber sein, dass man ihm eigene Entscheidungen, die – wie alles im Leben – an ein Risiko gekoppelt sind, abzunehmen versucht. Besorgt auch darüber, dass man ihm technologischen Fortschritt nicht zutraut und ihm das Recht auf Anonymität bei der Verwaltung der eigenen Geldbestände verweigert.

Hilflos ist die Politik. Die souveränen Forderungen nach Regulierung und Kontrolle sind nicht mehr als ein verzweifelter Versuch, um den drohenden Kontrollverlust zu verhindern. Das revolutionäre Element des Bitcoins ist die Eigenschaft der Machtbalance. Niemand hat mehr Macht als der andere Marktteilnehmer. Eine Manipulation oder Dressur durch die Regierungen und Staaten wird immer ein Wunschtraum dieser bleiben. Freiwillige Kooperation lässt sich nicht aufhalten. Der Bitcoin ist nicht aufzuhalten.

Die Auswirkung staatlicher Regulierung auf den Bitcoin

Die Auswirkung staatlicher Regulierung auf den Bitcoin

Rom wird wieder fallen: Das Ende des EU-Imperiums

– warum auch ein Julius Juncker die Schwerkraft der Institutionen nicht aushebeln kann und weshalb das Imperium fallen wird.

Der amerikanische Philosoph George Santayana prägte mit seinem Werk „The Life of Reason“ einen Satz, der mehr denn je Aktualität aufweist:

Those who cannot remember the past are condemned to reapeat it

Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen

Die Europäer, allen voran aber die Berufseuropäer haben nichts gelernt. Jede Erinnerung an vergangene Großreiche wurde durch Tagesgelder, EU-Paläste und herbeigesehnte  großeuropäische Illusionen aus dem Hirn verbannt. So ist es kaum verwunderlich, dass der gerade aus dem Amt entlassene Ex-Kommissionspräsident der Europäischen Union, José Manuel Barroso, die EU auch mal gerne mit einem Imperium vergleicht und dabei nicht Scham, sondern Stolz empfindet.

Aufatmen – Barosso ist schließlich nicht mehr im Amt. Die Europäische Union wieder auf Kurs bringen, darin soll die Aufgabe seines Nachfolgers bestehen. Ein neuer Caesar wurde gesucht. Der Antikenforscher Christian Meier bezeichnete die letzten Züge der römischen Republik als „Krise ohne Alternative“:

Die römische Republik ging in den Jahrzehnten vor Christi Geburt an ihren eigenen Widersprüchen zugrunde, ohne dass die damals lebenden Politiker eine tragfähige institutionelle Alternative entwickeln konnten. Niemand wollte die Republik bewusst zerstören, aber das für einen kleinen Stadtstaat entwickelte Gemeinwesen zerbrach an den Herausforderungen, die das zum Weltreich angeschwol­lene Rom bestehen musste. Die von ihrer Aristokratie im Konsens gesteuerte Republik war nicht bereit, die zur Lösung ihrer Probleme notwendig gewordenen Vollmachten bereitzustellen. Die Republi­kaner wussten zwar, dass die aufgestauten Probleme nur durch mächtige Vertreter ihrer Regierung zu beseitigen waren.

Die Situation heute ist erschreckend ähnlich. Die Europäische Union befindet sich in einer Sackgasse. Längst ist die Grenze der damals so wohlklingenden europäischen Idee überschritten. Institution folgte auf Institution, Bürokratie auf Bürokratie, weitere Illusionen auf den andauernden Selbstbetrug. Schon Ludwig von Mises erkannte mit seiner Ölflecktheorie, dass jeder Eingriff einer Institution (Ölfleck) zu weiteren Eingriffen und Institutionen führt – der Ölfleck der Institutionen wird stets größer.

Die Desillusionierung folgte am 25. Mai mit einem politischen Erdbeben in Frankreich und Großbritannien. Gallier und Angelsachsen woll(t)en sich dem Imperium nicht mehr unterwerfen und leisteten erbitterten Widerstand gegen das Imperium. Doch werden sie es richten und Europa befreien?

Momente des Triumphs

Momente des Triumphs

Richten soll es – aus Sicht des Brüsseler Berufsbürokratentums – Julius Juncker, ein Politprofi erster Klasse, der es vermochte, die große (römische) Ratlosigkeit zu nutzen, um sich an die Spitze der Kommission zu katapultieren. Er feiert seinen Moment des Triumphs. Die liberale Bastion im Europaparlament ist längst gebrochen und spricht Glückwünsche zur Krönung aus. Die wenigen vernünftigen Stimmen im Europaparlament leisten erbitterten, aber erfolglosen Widerstand. Auch eine phalanxartige Rede Nigel Farages  prallt am Schild des neuen Caesers ab.

Wir schalten zurück nach Rom im Jahr 46 v. Chr. („Krise ohne Alternative“):

Am Ende entstand aus der gescheiterten Republik eine ­Monarchie, die sich allerdings hinter repu­blikanischen Kulissen verschleierte, weil die ­Römer keinen König wollten. Das römische Kaiserreich war die erste bekannte Staatsform eines institutionalisierten Selbstbetrugs.

Das römische Reich scheiterte und Caesars imperialistischer Wahn legte für den Fall des römischen Reichs den Grundstein. Nicht etwa, weil er unklug agierte, sondern weil er die Tatsache ignorierte, dass jedes Großreich der Schwerkraft unterliegt, der Schwerkraft der Institutionen.

Wenn kleine Gemeinwesen zu Grossreichen [sic!] wachsen, ­hören irgendwann die Institutionen auf zu funktionieren. Es gibt zwar Macht in den ­Verhältnissen, zum Beispiel starke Politiker, einflussreiche Gebiete, mächtige Parteien. Aber niemand hat die Macht über die Verhältnisse: Krise ohne Alternative.Die politischen Strukturen werden zu schwach, um die neuen Probleme zu lösen. ­Irgendwann wird die Macht ausserhalb der erprobten Strukturen ohne Kontrolle ausgeübt. Das Gemeinwesen nimmt diktatorische Züge an, ohne es zugeben zu können, weil die Leute immer noch glauben, in den alten Strukturen zu leben. Die Führungsschichten, welche die Macht immer unstrukturierter, also unkon­trollierter ausüben, sind gezwungen, den ­Leuten ein Theater vorzuspielen. Schliesslich entsteht aus der Distanz zwischen dem, was der Staat ist, und dem, was er zu sein vorgibt, wachsendes Misstrauen, was wiederum die Elite dazu zwingt, ihre Herrschaft noch straffer und unehrlicher auszuüben. Es mag Kritik an den Zuständen geben, doch diese Kritik ­findet keine institutionelle Form, in der sie sich verwirklichen könnte. Die Krise bleibt ­ohne Alternative.

Auch das zweite Rom, nämlich die Europäische Union wird fallen. Auch sie ist Ausdruck eines Selbstbetrugs, der sich hinter scheindemokratischen Fassaden verschleiert. Juncker selbst beschrieb das Vorgehen der europäischen Imperatoren, das zum Scheitern führen wird:

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.

Schon längst gibt es kein Zurück mehr. Die EU ist nicht mehr zu reformieren. Zu groß ist die Gewalt der Institutionen geworden. Und doch wird die römische Krankheit auch Junckers Imperium befallen. Die Macht in den Verhältnissen wird wachsen: Mehr Regulierungen, mehr Euro-Rettungen, gemeinsame Regierungen, zahllose Krisentreffen und verschwendete Milliarden. Aber über die Verhältnisse werden die europäischen Bürokratiegladiatoren nicht herrschen können: Die Euro-Krise wird die geldpolitische Illusion zum implodieren bringen, Angelsachsen und Gallier werden die EU verlassen, den Germanen irgendwann das Geld ausgehen, die Hellenen das Spardiktat abwerfen. Ganz Europa wird mit einem Ölfleck bedeckt sein, doch die Verhältnisse werden unkontrollierbar sein. Brüssel wird fallen und am eigenen System zugrunde gehen.

Nordkoreas „Black Market Generation“ auf dem Vormarsch

– mit Kapitalismus und Schwarzmarkt gegen die Diktatur.

„Meine Generation – auch Jangmadang genannt – wird den entscheidenden Wandel in Nordkorea herbeiführen.“

Nicht der außenpolitische Druck bereitet dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un momentan Kopfzerbrechen, sondern der Vormarsch des freien Marktes durch eine junge nordkoreanische Bewegung, der „Black Market Generation“ oder auch „Jangmadang-Bewegung“.

Mit dem Schwarzmarkt gegen Hunger und Diktatur – diese Überlebensstrategie war erstmals in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zu beobachten. Der sozialistische Planungswahn erreichte seinen Höhepunkt: Die Handelsbeziehungen mit den ehemaligen Ostblockstaaten brachen zusammen, die Militärausgaben waren horrend, Überschwemmungen fluteten die Felder und die Produktivität im Agrarsektor war aufgrund planwirtschaftlicher Fehlkalkulationen, fehlendem Dünger und landwirtschaftlichem Gerät  katastrophal. Die Wirtschaftspolitik des Regimes brachte schätzungsweise bis zu 3,5  Millionen Nordkoreanern den qualvollen Hungertod.

Schon damals wollten die Nordkoreaner ihr Leben nicht der Hand des Staates überlassen. Unter dem Radar der politischen Führung etablierte sich ein Schwarzmarkt, der nicht nur Hunderttausende vor dem Tod rettete, sondern auch den Keim der Freiheit vor der Vergessenheit bewahrte. Die Bewohner tauschten, kauften und verkauften notwendige Güter wie Reis oder Kohl, weil die Rationierungen für ein Überleben nicht reichten.

„Jangmadang“, das heißt in Nordkorea Marktplatz. Solche Marktplätze ähnelten in den 90ern weniger den westlich bekannten Märkten, sondern waren vielmehr provisorische Ansammlungen von (meist weiblichen) Nordkoreanern, die hastig ihre Stände auf- und abbauten – der freie Handel stand und steht unter Strafe, im schlimmsten Fall unter Todesstrafe.

"Jangmadang" in den 90ern

„Jangmadang“ in den 90ern

Heute strotzt die kapitalistische Bewegung in Nordkorea vor neuem Selbstbewusstsein. Die Erinnerung an den verstorbenen ideologischen Führer der nordkoranischen Wirtschaftspolitik und Teil der „Juche“-Ideologie (=vollständige Autarkie), nämlich Kim II-sung verblassen.

Besonders chinesische Schmuggler versorgen die junge Generation Nordkoreas heute mit DVDs, CDs, südkoreanischen TV-Kanälen und Filmklassikern wie „Pretty Woman“ oder „Cinderella“. Selbst „WWE wrestling“ steht hoch im Kurs. Kein Wunder also, dass die Kim Jong-un-Propagandaschlacht auf allen TV-Kanälen dagegen eher ein laues Lüftchen ist, wenn man als junge Frau doch vom Prinzessinnenleben träumen kann und merkt, dass selbst einfache Arbeiter in Südkorea im Vergleich zu den nordkoreanischen Parteibonzen ein Leben im Paradies führen.

Marktstand auf einem "Jangmadang"

Marktstand auf einem „Jangmadang“

Ein weiterer Punkt: Der freie Markt ist in Nordkorea längst ein fester Bestandteil des Lebens. So berichtete die „Asia Times“, dass ungefähr 80% des familiären Einkommens in Nordkorea aus Aktivitäten auf dem freien Markt speisen.

Das nordkoreanische Regime baut auf das klassentheoretische „Songbun“-System, das der Regierung erlaubt, über Leben und Tod zu bestimmen und die Güter planwirtschaftlich und nach Klassenzugehörigkeit („Kern-Masse“, „Basis-Masse“, „Problem-Masse“) zu verteilen. Freie Märkte bringen diesen gescheiterten Spagat endgültig zu Fall.

Eine Hoffnungsträgerin und Quelle des anfänglichen Zitats ist Yeon-mi Park. Die geborene Nordkoreanerin beschreibt die „Black Market Generation“ als „individualistisch“ und „kapitalistisch.

Yeon-mi Park hat einen langen Weg hinter sich und große Ziele vor sich:

Yeon-mi Park floh 2007 aus dem totalitären Nordkorea. Nach einem zweijährigen Kraftmarsch mit ihrer Mutter und fünf anderen Flüchtlingen durch China kam sie an der mongolischen Grenze an. Jeder der Flüchtlinge war bereit, sich mit dem eigenen Messer die Pulsadern aufzuschneiden, für den Fall, dass die Grenzer entscheiden sollten, sie zurück nach Nordkorea zu schicken.

Yeon-mi hatte großes Glück. Sie wurde nicht wieder in ihre alte Heimat geschickt, sondern durfte nach Südkorea ausreisen und wurde dort in die Gesellschaft aufgenommen.

Wie viele nordkoreanische Flüchtlinge würde Yeon-mi gerne ihre Heimat wiedersehen. Sie selbst sagt aber, dass sie ihre Füße nur in ein reformiertes Nordkorea setzen würde. Yeon-mi sieht den Wandel schon kommen, allerdings nicht aufgrund internationalen Drucks, sondern Wandel durch Geschehnisse im Inneren dieses verschlossenen Landes.

Heute engagiert sich Yeon-mi für die Liberalisierung Nordkoreas und ist Dauergast in zahlreichen Talkshows. Sie ist das Symbol der kapitalistischen Jugend Nordkoreas und Symbol für den Wandel dieser: Nicht mehr das reine Überleben steht im Fokus der Bemühungen, sondern Wohlstand ist heute das Ziel der „Black Market Generation“.

Am Ende wird auch Kim Jong-un einsehen müssen: Der hungrige Wille nach Wohlstand und Freiheit wird stärker als alle Propagandamaßnahmen sein und letztendlich auch über den Sozialismus triumphieren.

Der Mindestlohn: Eine moralische Katastrophe

– die Kapitulation des freien Willens.

Am heutigen Tag beschloss der Bundestag den flächendeckenden Mindestlohn mit lediglich fünf Gegenstimmen. Magere fünf Abgeordnete verteidigten – ob nun aus Überzeugung oder Opportunismus – die Freiheit des Arbeitsmarktes. Alle anderen Abgeordneten votierten mit ihrer Stimme für die drastische Schwächung der Marktwirtschaft und der freiheitlichen Grundordnung der Bundesrepublik.

Doch es handelt sich nicht nur um eine ökonomische Katastrophe, sondern vielmehr um den Beweis für die moralische Verkommenheit und Anmaßung der Politik.

Ein dem Menschen angeborenes Recht, nämlich das Recht auf freiwillige Interaktion wird schlicht ignoriert. Der freie Wille wird dem Individuum verwehrt und mit ihm das Recht auf Eigentum der eigenen Arbeitskraft.

Keine „soziale Gerechtigkeit“ und keine „Solidarität“ kann die Entmündigung des Menschen durch das Verwehren von freiwilliger Interaktion rechtfertigen.

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Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine freiwillige Übereinkunft treffen, die sich in einem Vertrag ausdrückt, so hat die Politik kein Recht auf Intervention. Nicht die Politik hat über den Wert von Arbeit zu entscheiden, sondern die kooperierenden Individuen. Entschließt sich ein Individuum, für einen geringeren Lohn als 8,50 € zu arbeiten, so darf sich kein Politiker auf das hohe moralische Ross setzen und diesem Individuum die Arbeit beziehungsweise den Arbeitsvertrag verwehren.

Wer der Überzeugung ist, dass ein Politiker die Bedürfnisse und Wünsche eines Individuums besser kenne als der Mensch selbst und er deswegen berechtigt sei, den freien Willen des Individuums zu ignorieren, der leugnet nicht nur Eigenverantwortung und Moral, sondern auch das Recht auf (s)ein (eigenes) selbstbestimmtes und freies Leben.

Das Schaf im Wolfspelz: Die Afd und das Geld

– von konsequenter Systemgläubigkeit und blauäugiger Symptomkurierung.

1559464_227807960725113_847094572_oDer Angstschweiß fließt in Strömen, die Gesichter schäumen vor Anstrengung – FDP, AfD und Keynes stemmen sich mit ganzer Kraft gegen das Tor des vermeintlichen Elfenbeinturms.
„Lasst Hayek und Mises bloß nicht raus! Das könnte Schäffler so passen!“, brüllt die FDP zu ihren Kollegen. „Hört endlich mit dem Schäffler-Mobbing auf – nachher wird er noch ein Blauer!“, stöhnt die AfD. Die Schläge auf der Innenseite des Tores werden heftiger, Keynes bricht zusammen: „Rettet das System! Ob Euro, D-Mark oder was auch immer, aber rettet das System! Es leben die Schulden!“. „Brüder im Geiste! Es lebe die Inflation! Es lebe der Staat!“, grölen alle schwungvoll im Takt.

… Stopp. Halt. Moment: AfD und FDP aus einem Holz, an der gleichen ideologischen Front?

Seit der Gründung der Alternative für Deutschland wird der programmatische Schleifstein angesetzt – munter säbelt die AfD-Führung die programmatischen Speerspitzen weg. Man wolle ja schließlich eine Volkspartei sein, die für jede Wählergruppe attraktiv sein müsse.

„Wir sind für die Abschaffung des Euros“ wurde vor der Bundestagswahl zu einem „Wir sind gegen diesen Euro“ gehobelt und in den letzten Monaten zu einem „Deutschland soll im Euro bleiben, die Südländer mögen bitte austreten“ zurechtgesäbelt. Im Juni 2014 ist nicht mehr viel übrig: Chef Lucke fordert lediglich den „Grexit“, den Austritt Griechenlands. Frankreich und Italien könnten gegebenfalls doch im Euroraum verbleiben.

Sicherlich sind alle drei Alternativen besser als jede geldpolitische Forderung der etablierten Eigentumsvernichter – die Forderungen sind jedoch genauso „revolutionär“, „neu“ oder „systemkritisch“ wie die Grüne Jugend tolerant, die FDP liberal oder Angela Merkel eine fahnenschwingende und patriotische Stimmungskanone ist. Die AfD piepst leise und vorsichtig auf – die Gelddruckorgie des Staats feiert munter weiter und besäuft sich mit billigem Geld (an dieser Stelle: Grüße an Draghi und Konsorten!).
Die AfD hält am Staatsmonopol fest: Sie hinterfragt weder dutzende Repressionen noch die völlig unangemessene Geldmengenerweiterung. Sie hinterfragt weder, wo das ganze Geld für die horrenden Schulden seinen Ursprung hat, noch hinterfragt sie, ob dieses System nachhaltig ist. Die Tatsache, dass der Bürger einem Geld ausgeliefert ist, dessen Wert in 10 Jahren er sich nicht sicher sein kann, dessen Entstehung nicht etwa durch Arbeit, sondern durch einen willkürlichen Knopfdruck erfolgt, hinterfragt die AfD nicht. Dass des Bürgers Geld nicht im Banktresor verweilt, sondern munter und ohne zureichende Sicherungen verliehen wird, stößt auf taube Ohren. Die AfD ist das geldpolitische Schaf im Wolfspelz – revolutionär nach außen, systemgläubig und harmlos nach innen.

Die politische Dekadenz ist stets bemüht, die Allianz von Staat und Bankenwesen mit allen Mitten zu verteidigen und die Alternative, das Marktgeld und dessen Vertreter Hayek und Mises, im Elfenbeinturm anzuketten – zu groß sind die Synergien zwischen Staat und Bank. Die Banken suhlen sich in frischem und billigem Geld, die Staaten feiern ihre Kreditgeber in einer Verschwendungsorgie und müssen sich nicht vor schlechten Träumen fürchten: Durch seine Regulierungswut verteidigt der (größte Monopolist) Staat seine Monopolstellung erbittert – das Teilreservesystem wird für die Zukunft betoniert.
Damit die Orgie munter weitergeht, müssen Schulden her. Ohne Schulden, kein frisches Geld. Ohne frisches Geld, keine Schulden. Ein Teufelskreis, den man mit ein wenig „Zurück zur D-Mark“ oder „Lasst die Griechen ausscheiden“ nicht brechen kann. Was stört es den Rummel, wenn das Kinderkarussell ausfällt?

„Wären wir auf einer grünen, unbewohnten Insel, könnte man über die Einführung des Marktgeldes reden – aber in unserer globalisierten Welt ist das nur eine Utopie“, plappert das außerirdische Wesen namens „Staatsliberalist“, auch unter dem Pseudonym „Christian Lindner“ bekannt, in einem Interview mit den „Sons of Liberty“. Währungswettbewerb? Die ersten Politiker und Bankiers kollabieren – „Chaos, Verwirrung, Armut, Zusammenbruch!“

Zeit für Fakten:

Marktgeld – jedes Individuum oder jede Gruppe an Individuen, sei es der Staat, die Banken oder Claudia Roth (sofern sie nicht auf der Krim kampiert), könnten eine eigene Währung ausgeben. Ein Großteil der Währungen würde sich nicht durchsetzen – nur die gefragtesten Währungen, die dem hohen Wettbewerbsdruck standhalten, würden sich durchsetzen.
Wie das funktioniert? Fragen Sie sich selbst: Würden Sie die Claudia-Roth-Währung wählen, die – ähnlich wie der Euro oder der Dollar – beliebig nachgedruckt werden kann und ständig an Wert verliert? Oder würden Sie lieber die „Alternative Währung“ wählen, die zu 100% mit Gold gedeckt ist? Jeder hat die Wahl, jeder ist wahrlich frei in seiner Entscheidung.
Die eine Währung ist ideal zum Sparen, die andere ideal für den Konsum und eine dritte Währung ideal für Investitionen. Die Vielzahl an Währungen ermöglicht, den persönlichen Geldbestand an den eigenen Lebensstil anzupassen.

Aber womit soll ich bezahlen? Was wäre, wenn der grüne Frutarierladen oder der Antifa- Merchandising-Shop nur die Claudia-Roth-Schrottwährung akzeptiert, ich aber die gefragte „Alternative Währung“ halte – liebe Frutarier, liebe Verfassungsfeinde: Nicht verzweifeln, aber Ersterer wird Konkurs anmelden und Zweiterer wird seinen Kunden abverlangen, mit der Claudia-Roth-Währung zu bezahlen und folglich einen Wettbewerbsnachteil akzeptieren müssen.
Der Anbieter, der seine Waren gegen eine Währung verkauft, die in der Bevölkerung verbreitet ist, beispielsweise gegen die „Alternative Währung“, hat einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Anbieter, der nur Minderheitswährungen akzeptiert.
Wieso also bei Supermarkt A einkaufen, der nur eine einzige Währung akzeptiert, wenn Supermarkt B alle Währungen akzeptiert, die ich halte?

Doch muss ich dann befürchten, gegen einen Pfosten zu laufen, weil ich im Supermarkt ständig den Wert meiner Währungen mittels Taschenrechner gegeneinander aufrechnen muss? Muss ich mir einen Rollkoffer anschaffen, um meine verschiedenen Währungen zum Supermarkt zu karren – es könnte ja sein, dass er für Produkt A die Währung A und für Produkt B die Währung B fordert? Aus Gründen der Praktikabilität wird eine Verrechnungswährung eingeführt werden – nicht 1000 Preisschilder werden neben der Butter kleben, sondern ein Schild, das den Preis in der Verrechnungswährung anzeigt. Jede Währung hat in der Verrechnungswährung einen Wert – so kann ich meine Waren mit Währung A, B, C oder D bezahlen. Vorzugsweise verwendete ich eine Währung, die ideal für den Konsum ist.

Ideal für den Konsum? Währung A, B, C, D? Muss ich erst meinen Bachelor in Volkswirtschaft abschließen, um zu entscheiden, welche Währung für welchen Zweck geeignet ist? Wo eine Nachfrage besteht, dort wird sich auch ein findiges Individuum finden, das ein Angebot schafft – eine der vergessenen goldenen Regeln der Marktwirtschaft.
Unternehmen werden sich gründen, die Sie – gegen Lohn – beraten. So wie es heute Ernährungsberater gibt, wird es morgen Währungsberater geben. So wie Sie sich heute über Martin Schulz Terminplaner informieren können, so werden Sie dies morgen über die Währungen A, B, C, D können.
Die Nostalgiker wählen das Fiat-Money, die Sicherheitsfanatiker die Goldwährung, die Mittelalterfans die Silbermünze, die Optimisten und Revoluzzer den Bitcoin.

Der Bitcoin startet seinen Feldzug, das Marktgeld verlässt den Elfenbeinturm 

bitcoins182way2008 wurde die kryptographische Währung „Bitcoin“ geschaffen – die disruptivste und dezentralste Währung der Welt, die Marktgeldkritiker entwaffnet, indem sie das Argument „Marktgeld ist utopisch“ entkräftet. Er ist lediglich ein Beispiel für ein Geld, das seine Geburt im freien Markt hat und nicht „Vater Staats“ Schoß entspringt. Bitcoins sind käuflich erwerbbar. Kauft man einen Bitcoin, erhält nicht mehr als einen Code. Dieser kann auf einen Schein gedruckt werden, im Handy gespeichert werden, auf meine Hand
geschrieben werden oder der Halter prägt ihn sich ein. Jeder Bitcoinhalter verfügt über sein persönliches Konto, über seine persönliche Signatur, die nur er besitzt.

Der Bitcoin wird durch Arbeit geschaffen – die Silbermünze hat deswegen einen Wert, weil sich jeder Halter des Silbertalers bewusst ist, dass dieser nicht aus „dem Nichts“ kommt, sondern unter körperlicher Arbeit erzeugt wurde. Auch für die Erzeugung von Bitcoins ist Arbeit von Nöten (Rechenleistung).
Der Bitcoin verwaltet sich selbst – es bedarf keiner Zentralbank, keiner Regulierung, keines Staats.
Der Bitcoin ist teilbar und flexibel – einen Euro kann man in 100 Cents teilen, den Bitcoin in Millionstel.
Der Bitcoin ist unfälschbar – nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist es unmöglich, den Bitcoin zu fälschen.
Des Bitcoins Wert ist beständig – die Menge an Bitcoins ist begrenzt, die Inflation lässt sich exakt berechnen.
Der Bitcoin ist transparent – jede Transaktion wird notiert und in einer Bilanz festgehalten. Jeder Bitcoinhalter hat eine Kopie dieser Bilanz. Eigentumsverhältnisse sind klar definiert.

Bargeld ist das ideale Zahlungsmittel: Es beansprucht keine Transaktionsgebühr, ist unverhinderlich, unumkehrbar und anonym. Kaufe ich jemandem ein Kaugummi ab und überreiche ihm im Gegenzug Bargeld, so zahle ich keine Gebühr für den Handel. Niemand kann mich hindern, dem Verkäufer das Bargeld zu überreichen. Der Verkäufer kann nach Erhalt des Geldes weglaufen – die Transaktion kann nicht rückgängig gemacht werden. Bargeldverkehr kann nicht zurückverfolgt werden – kein Staat der Welt kann mir mein „Bargeld“ streichen oder in meinem „Bargeldverkehr“ schnüffeln.
Der „Bitcoin“ erfüllt die Eigenschaften des Bargelds, überwindet jedoch die räumliche Barriere – in Sekunden kann dieser weltweit überwiesen werden. Niemand kann mich an dieser Transaktion hindern. Das Internet kann zensiert, aber nicht „ausgeschaltet“ werden. Der Bitcoin ist überlegen – er ist das bessere, das digitale Bargeld.

Eine der besten Kurzvorstellungen des Bitcoins:

Eine Bilanz
Die Ökonomen Hayek und Mises überwinden mit ihrer Österreichischen Schule die fragilen Säulen der staatlichen Währungen, nämlich Überwachung, Wertverlust, Enteignung und politische Willkür. Sie überwinden die Umverteilung von unten nach oben, beenden das Nutznießer- und Schmarotzertum von Staat und Bank, schieben dem überbordendem Keynesianismus den Riegel vor und hauchen einem fast vergessenem Grundsatz wieder Leben ein, den die FDP längst auf dem Euro-Altar geopfert hat; einer Tugend, mit der die AfD endgültig beweisen könnte, dass die „FDP 2.0“ nur ein Hirngespenst ist: Dem Grundsatz, dass die Freiheit stets das höchste Gut ist – auch in der Geldpolitik.

„Wehrt euch und braut selbst!“

– weshalb Kartelle keine Phänomene eines freien Markts sind.

Zugegeben. Der Titel dieses Beitrags stammt nicht von mir, sondern von einem eifrigen Kommentator eines ZEIT-Artikels vom 13. Januar 2014, der Preisabsprachen zwischen verschiedenen Bieranbietern thematisiert.

Ein kleiner Ausschnitt des ursprünglichen Artikels:

„Durch unsere Ermittlungen konnten wir Absprachen zwischen Brauereien nachweisen, die überwiegend auf rein persönlichen und telefonischen Kontakten beruhten“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Für Fassbier seien Preiserhöhungen in der Größenordnung von jeweils fünf bis sieben Euro pro Hektoliter abgesprochen worden. „Für Flaschenbier wurde in 2008 eine Preiserhöhung abgesprochen, die zu einer Verteuerung des 20-Flaschen-Kastens von einem Euro führen sollte.“

Das Wort „Kartell“ gehört zu den Begriffen, die den Otto-Normal-Bürger in Rage treiben und regelmäßig Dauerbrenner in diversen Kommentarspalten sind. Doch die Reaktionen der Kommentatoren des ZEIT-Artikels überraschten: Nichts zu spüren von der „Der-freie-Markt-ist-das-Übel-unserer-Zeit“-Einstellung, sondern es fanden sich geistreiche Kommentare, die viel über das Wesen von Kartellen aussagen.

Fangen wir mit dem ersten Kommentator an:

Die Brauereien sind größtenteils selbst schuld an ihrer Situation. Die bekannten Hersteller produzieren schon längst nur noch langweiliges Einheitsbier, und versuchen sich stattdessen durch Marketing von den Mitbewerbern zu unterscheiden. Mittlerweile haben werbelose „Billigbiere“ den bekannten Marken zunehmend Marktanteile weggenommen; und jetzt wo die Preise im Keller sind, versucht man es mit illegalen Preisabsprachen.

Der Ursprung eines Kartells liegt nicht in einer Laune des Unternehmers, sondern ist vielmehr als Verzweiflungsakt zu verstehen: Ein Unternehmen, das jährliche Gewinne erzielt und die Wettbewerbsfähigkeit seiner Konkurrenten überragt, hat ein Kartell nicht nötig. Wieso sollte sich dieses Unternehmen mit einem anderen Unternehmen, das über eine schwächere Wettbewerbsfähigkeit verfügt, Marktanteile teilen, wenn es diese doch für sich alleine beanspruchen kann? Der Initiator eines Kartells ist immer der Schwächere, derjenige, der um seine Marktposition bangt und sich nicht sicher ist, ob er dem Wettbewerb standhalten kann. Zudem kommt ein psychologisches Phänomen, das – nennen wir es – paranoide Argument. Nicht jedes Unternehmen ist sich seiner Leistungskraft bewusst. So könnte es beispielsweise sein, dass die Brauerei „Bierion“ ein neues Produkt auf den Markt bringt, das sich – im Nachhinein betrachtet – als riesen Erfolg herausstellt. Doch die Brauerei „Bierion“ ist sich dessen nicht sicher und fürchtet die Konkurrenz. Die Folge: „Bierion“ lässt sich auf ein Kartell ein, teilt sich also Marktanteile, die sie – im Nachhinein betrachtet – für sich selbst hätte erringen können. Die Beweggründe, die zu einer Konstituierung eines Kartells führen, sind also zum einen Angst und zum anderen Ungewissheit. Der schwächere Kartellteilnehmer sieht seine Existenz durch Wettbewerb bedroht, der stärkere Kartellteilnehmer ist sich seines potentiellen Erfolgs nicht bewusst und schadet sich letztendlich selbst.

Das „paranoide Argument“ kehrt sich jedoch auch wieder um. Irgendwann merkt einer der Kartellteilnehmer, dass er sich die Marktanteile nicht durch Absprachen teilen muss, sondern seinen Mitstreitern überlegen ist, also von dem Kartell nicht profitiert, sondern vielmehr Schaden nimmt. Die Folge: Absprachen werden gebrochen und das Kartell zerfällt. Es ist schwer zu leugnen, dass sich Kartelle langfristig auflösen, denn es gibt nicht ein einziges Beispiel für ein Kartell, das auf einem freien, also deregulierten Markt existiert oder existierte. Was es aber sehr wohl gibt, das sind Kartelle, die durch den Staat erst ermöglicht werden.

Kommt mir eher wie eine Alibi-Aktion der Kartellbehörde vor. Bei Fusionsabsichten von Großkonzernen (egal in welcher Branche) ist es oft reine Lotterie, welche Position das Kartellamt dazu bezieht (gut/schlecht für den Wettbewerb).

Das Bundeskartellamt spricht sich eine hoheitliche Aufgabe zu und sieht sich selbst als Wächter der sozialen Marktwirtschaft: Es maßt sich die Beurteilung an, ob ein Unternehmen nun zu einem Kartell gehöre oder nicht. Dabei sind die Maßstäbe meist rein willkürlich gewählt und orientieren sich an Gesetzgebungen, die von Politikern erschaffen wurden. Es ist aber lediglich eine Symptomkurierung, denn Monopole und Kartelle sind in einer freien Marktwirtschaft stets nur temporäre Phänomene, wie Frank Schäffler in seinem Artikel für das Magazin „eigentümlich frei“ treffend darlegt:

Monopole sind nur dann gefährlich, wenn sie vom Staat garantiert und manifestiert werden. Die Wasserversorgung ist das beste Beispiel. Sie wird von regionalen Monopolen, in der Regel Stadtwerken, ausgeübt. Überhöhte Preise, die von Politikern für andere Zwecke festgesetzt werden, tragen dazu bei, dass innovative Modelle keine Chance haben. Der Markteintritt wird per Gesetz verboten. Verbraucher können nicht aus mehreren Angeboten wählen.

Was folgt daraus? Das Bundeskartellamt schießt mit einer Schrotflinte auf Spatzen. Ab und zu trifft es mal einen und präsentiert ihn als große Beute. Tatsächlich ist es aber ein Piepmatz, der zum Dämon der sozialen Marktwirtschaft aufgeblasen wird. Schaffen wir das Kartellamt ab und die EU-Wettbewerbsbehörde gleich mit. Sie kurieren nur an den Symptomen herum. Das Problem ist nicht das Monopol, sondern die staatliche Regulierung, die Innovation und Wettbewerb verhindert. Haben Sie schon einmal versucht, eine Bank zu gründen? Sie werden sehr schnell an den Anforderungen des Kreditwesengesetzes scheitern. Der private Bankenverband, der Sparkassenverband und der Volks- und Raiffeisenverband leben sehr gut mit den komplizierten Regelungen. Was für das Bankwesen gilt, findet seine Fortsetzung in der Umsetzung der Chemikalienrichtlinie „Reach“ der Europäischen Union. Wer erst mal fünf Juristen einstellen muss, um die Anforderungen des Gesetzes zu erfüllen, lässt sehr schnell die Finger davon. Am Ende bleiben nur wenige Große übrig, die sich den administrativen Aufwand leisten können. Wer die Macht der Monopole brechen will, muss Kartellämter abschaffen und Gesetze vereinfachen.

Nun mein heimlicher Kommentarfavorit:

Wehr euch und braut selbst!

Einheitsbier und Preisabsprachen können mir sowas von gleich sein, da ich einfach mein Bier selberbraut. Das und die Unterstützung von Kleinstbrauereien, kann ich jedem empfehlen, der auch auch keine Lust mehr auf geschmacklose Pils-Plörre hat.  Heimbrauen macht Spass und das Selbstgebraute schmeckt eh immer gut!

Wie schon in meinem letzten Beitrag gezeigt, haben Preismanipulationen immer zur Folge, dass Ressourcen nicht mehr effizient verteilt werden – Kartelle laufen deshalb große Gefahr, auf Dauer ineffizient zu werden, was zwei Folgen haben kann: Entweder einer der Kartellteilnehmer sieht ein, dass die Kartellzugehörigkeit ihm schadet oder außenstehende Unternehmer nutzen die Ineffizienz. Zudem kann ein Kartell sogar förderlich sein, da ein zunehmend schlechtes Angebot andere Marktteilnehmer zur Gründung einer eigenen Brauerei motiviert.

Beispiel gefällig?

Ein Beispiel: Nehmen wir an, alle im deutschen Raum aktiven Baumärkte würden vereinbaren, sich keine Konkurrenz mehr zu machen, sondern statt dessen den Preis des jeweils teuersten Anbieters zu übernehmen und nochmal 10 Prozent draufzuschlagen. Das erste, was vermutlich passieren würde, wäre, dass die Nachfrage nach den Bauartikeln zurückgehen würde und die Gewinnspanne jedenfalls nicht in dem Mass steigen würde, wie die Betreiber sich das vorgestellt hatten. Ein Teil der bisherigen Kunden gibt vielleicht das Heimwerken auf und bestellt statt dessen doch wieder Handwerker, die ihrerseits womöglich ihr Material unter Umgehung der Baumärkte beziehen. Potentielle Kunden, die in Grenzregionen leben, kaufen vielleicht jetzt lieber im Ausland ein. Das bringt die Kalkulation der Kartellteilnehmer natürlich schon gewaltig durcheinander. Vielleicht bekommt bereits jetzt eine erste Baumarktkette, deren Strategie bisher auf Niedrigpreise ausgelegt war, finanzielle Probleme, weil andere Kartellunternehmen jetzt dank ihres besseren Kundenservice bei gleichem Preis erhebliche Vorteile haben. Und womöglich bricht besagte Kette aus dem Kartell aus und senkt die Preise wieder. Wenn nicht, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann neu Konkurrenz entsteht. Zum Beispiel könnten Supermärkte eigene Abteilungen aufbauen, in denen ein Teil des Sortiments der Baumärkte erhältlich ist. Oder die Lieferanten der Baumärkte, die unter den sinkenden Absätzen leiden, gründen selbst eine neu Baumarktgruppe. Oder ein ganz neüs Unternehmen tritt in den Markt ein.

Jedenfalls ist von einer «Marktmacht», die den Verbraucher zu irgendetwas zwingen würde, nichts zu spüren. Tatsächlich kann sich ein Kartell oder überhaupt ein Monopol in einer freien Wirtschaftsordnung nur genau solange halten, wie es sowohl Qualitäts- als auch Preisführerschaft besitzt, solange also, wie praktisch alle Konsumenten mit seinem Angebot zufrieden sind und es eben keine Nachfrage nach den Angeboten einer wie auch immer gearteten Konkurrenz gibt. Was aber gäbe es schon an einem solchen Kartell auszusetzen? Im Gegenteil ist es so, dass ein Kartell — so es denn auf einem freien Markt existiert — zum Nutzen der Konsumenten ist. Ein Beispiel dafür kann gegeben sein, wenn Unternehmen etwa ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zusammenarbeiten lassen.

FAZIT: Kartelle sind in einem freien Markt nur temporäre Phänomene, die sich sogar vorteilhaft auf die Konsumenten auswirken können. Kartelle werden erst dann zu einem langfristigen Phänomen, wenn das Gegenmittel gegen diese, nämlich der Wettbewerb durch staatliche Regulierungen ausgeschaltet wird. Der Staat und besonders sein Funktionär, das Bundeskartellamt sind Wölfe im Schafspelz – sie geben sich für die Heilung einer Krankheit aus, die sie verursachen. Auch hier muss der Grundsatz lauten: Freiheit den Märkten, Freiheit den Menschen!

 

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